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Novosibirsk - das Wintersemester 2004/2005 an der SGUPS (www.stu.ru)

aufgeschrieben von Christian Böttger in 3 Rundbriefen und dem Tagebuch > Link zur Bildergalerie

1. Rundbrief - gesendet am 13. September 2004

Seit nunmehr fast 2 Wochen bin ich am Ziel für das nächste halbe Jahr in Novosibirsk angekommen. Um euch auf dem Laufenden zu halten und um es euch schmackhaft zu machen mich doch einmal besuchen zu kommen, werde ich hin und wieder einen kleinen „Rundbrief“ schicken und auf meiner Homepage veröffentlichen.

Alles fing an mit einer recht hektischen Abreise. Meine Einladung, die ich von der Uni brauchte, kam natürlich erst eine Woche vor meiner geplanten Abreise. Damit musste ich wiederum zum Reisebüro und noch schnell – und schnell heißt eben auch teuer – das Visum dazu beantragen. Dies hatte ich dann glücklicherweise auch am Vortag meiner geplanten Abreise in der Hand. Doch mit einem entscheidenden Nachteil – das Visum ist erst ab dem 1. September gültig und ich wollte eigentlich schon am 31. August einreisen. Also musste ich alle Planung wieder verwerfen und einen um ganze 30 Stunden längeren Reiseplan „annehmen“. Aber was ist das schon bei 145 Stunden Reisezeit!

Als packte ich am 29. August meine sieben Sachen in meine 3 Beutel und schon war das Gepäck vom läppischen Gewicht von 70 kg an der Person festgeschnallt. Damit schwankte ich zum Bahnhof in Dresden-Neustadt, wo mich Sabine, Friederike, Regina, Sophie, Uwe und Micha aus Deutschland entließen. Mit dem Zug ging es zu erst nach Breslau. Weiter danach mit dem Nachtzug nach Warschau und von dort nach Vilnius in Litauen. Irgendwo im Baltikum musste ich nun diesen einen Tag verbringen, um auf Einlass in Russland zu warten. Ich entschloss mich, diesen zu nutzen um Tallinn, der Hauptstadt von Estland zu besichtigen. Also setzte ich mich in den Nachtbus nach Tallinn und war früh morgens vor Ort. Das Wetter war mir hold, und ich konnte mir diese wunderschöne mittelalterliche Stadt in Ruhe ansehen. Wirklich ein unbedingter Tipp, diese Stadt zu besichtigen. Ich hatte sogar das Glück am Abend noch dem Sinfonieorchester auf dem Marktplatz zu lauschen – ein Spektakel. Nach diesem eingeschobenen Tag durfte ich nun – wieder mit dem Nachtbus – in Russland nach St. Petersburg einreisen.

Nun begann das eigentliche Abenteuer meiner Reise. Mit einem wirklich klapprigen Zug (und ich habe schon etliche Züge in Russland von innen gesehen) ging es nach Moskau. Das Ticket für 300 Rubel (10 €) war nicht sehr teuer. Doch sollte ich plötzlich im Zug noch ein Ticket für das Gepäck kaufen. Freundlicherweise wurde mir statt der eigentlichen 1200 Rubel (40 €) die günstigere Variante von 600 Rubel (20 €) „angeboten“. Mein Glück war, dass ich kaum Bargeld (120 Rubel) im Portemonnaie hatte. So gab es dann das Gepäckticket plötzlich für die restlichen 120 Rubel (4 €) zu kaufen. Davon geläutert versuchte ich dann in Moskau auf dem Bahnhof mein Glück ein Gepäckticket schon im Voraus zu erwerben. Dies erwies sich als recht schwierig („..wie bitte – dafür gibt es kein Ticket!!“ oder „..gehen sie bitte an Schalter 42.“), aber letztendlich für 80 Rubel auch möglich. Mit dem Zug rumpelte ich nun immer weiter in Richtung Osten. In der dritten Nacht erreichten wir Novosibirsk. Doch ich wollte jetzt erst einmal weiter nach Richtung Tomsk um mit Jenja (sie ist aus Tomsk) zusammen die 400-Jahr-Feier von Tomsk zu verbringen.

In Tomsk wurde ich freudig von Jenja und ihren Eltern erwartet – wie schon das letzte Mal ein Quartier mit „sehr guter Bewirtung“. Sogleich machten wir uns auf die Socken und be-suchten die Innenstadt, wo wirklich wahnsinnig viel los war. Massen von Menschen wälzen sich bis spät in die Nacht durch die Stadt, alles war schön angestrahlt und frisch gestrichen. Bis nach 2 Uhr Nachts bleiben wir an diesem Wochenende auf den Beinen. Schade war allerdings, dass durch das terroristische Ereignis bei Tschetschenien mit über 300 Toten alle Konzerte aus Sicherheitsgründen abgesagt wurde. Da selbst in Tomsk eine Frau mit einem Sprengstoffgürtel gefasst wurde (es ging das Gerücht herum), lies den Ernst der Lage erahnen. Es waren wirklich überall Polizisten unterwegs. Aber alles in allem war es eine wunderschönes Wochenende.

All das war natürlich nur die Vorgeschichte, denn eigentlich will ich ja zum Studium nach Novosibirsk. Am Dienstag wurde ich mittags von Marina Viktorovna aus dem Auslandsamt vom Bahnhof abgeholt. Zuerst stellen wir meine Gepäckstücke im Wohnheim ab. Das Einzelzimmer ist ganz wohnlich – sogar einen Internetanschluss gibt es – und die Nachbarn aus Südkorea sind nett. Dumm nur, dass ich am ersten Tag nicht den Campus verlassen darf, da ich noch keinen Studentenausweis habe und mein Pass zur Registrierung bei der Miliz ist.

Mittlerweile besitze ich wenigstens einen Propusk, eine Art Bescheinigung, dass ich Student an der Uni bin und mein richtiger Studentenausweis noch in Bearbeitung ist. Den auch hier in Novosibirsk herrscht höchste Alarmstufe und man kommt zum Beispiel ohne Studentenausweis gar nicht in die Uni. Nächste Woche wird es dann so richtig ernst. Das Studium beginnt und es ist für mich angedacht, dass ich dem 7. Semester folgen soll. Weiterhin gibt es noch Sprachunterricht für mich, der zurzeit wohl am dringendsten nötig ist.

Morgen hat sich Anna, eine Freundin aus Leipzig, angemeldet. Sie ist auf einer Art Weltreise auf dem Weg nach Wladiwostok und will sich hier ein klein wenig umschauen. Letztendlich kann ich sagen, dass ich gut angekommen bin, mich den Umständen entsprechend gut fühle und wohl bald mit einem russischen studentischen Alltagstrott beginnen kann.

Ebenfalls stehen euch, wie eingangs erwähnt alle Türen offen mich zu besuchen.

2. Rundbrief - gesendet am 6. November 2004

Heute soll es den zweiten Rundbrief von mir geben. Mittlerweile lebe ich schon 2 Monate hier in Novosibirsk – vielleicht kann ich sagen, dass ich mich sogar ein wenig eingelebt habe. Viel ist geschehen, viel Neues habe ich über mich ergehen lassen. Daran möchte ich euch gerne teilhaben lassen und ein wenig aus meinem „Alltag“ in Novosibirsk berichten.

Den „Alltag“ kann ich ganz grob teilen in Uni und Wochenende. Neben diesen beiden Elementen gab es leider noch eine ziemlich unangenehme Störgröße – Krankheit. Ich will nicht wie ein alter Mann klagen, aber mittlerweile bin ich durch die Krankheit schon fast 4 Wochen Aktivitäten mäßig ziemlich stark außer Gefecht gesetzt. Das solle man sich mal bei mir vorstellen! Während eines Besuchs in Tomsk bekam ich Kopfschmerzen und auf einer ziemlich unangenehmen Rückfahrt mit dem Bus nach Novosibirsk gesellte sich dazu noch ein kräftiges Stechen in der Brust. Das bewegte mich natürlich hier in die Poliklinik, wo auch sofort das Stethoskop angelegt wurde. Ich bekam Ruhe verordnet – welche mir nach 5 Tage auch die Kopfschmerzen nahmen. Doch das Stechen in der Brust wollte nicht verschwinden, so dass ich sogar zum Röntgen und Blutbild machen geschickt wurde. Es wollte sich aber keine Krankheit zeigen. Eine Woche später begann mein Hals dick zu werden – die Lymphknoten. Dagegen wurde mir dann eine gepflegte Spritzenkur (gibt es so etwas noch in Deutschland?!) verpasst. Für eine Woche hieß es jeden Tag zum Doktor gehen und 2 Spritzen in denn Hintern bekommen. Wenn man da nicht gesund wird! Zurzeit sieht es immer besser aus, bis auf das das nicht lokalisierbare Stechen in der Brust noch präsent ist. Ich erzähle schon wie aus dem Altersheim – es gibt doch auch schöne Momente im Studentenleben von Novosibirsk.

Zu dem Teil Uni möchte ich mich gerne einwenig länger auslassen – ist es doch der eigentliche Sinn und Zweck der Veranstaltung für mich hier in Novosibirsk. Für viele von Euch ist Russland schon eine große Unbekannte, doch das russische Studentenleben? Leider habe ich durch meinen Wohnheimsplatz, wo der Komfort hervorragend ist, aber eben nicht zusammen mit Russen ist, nicht automatisch so viel Kontakt zu den Studenten. Dies wird noch einmal verstärkt durch den beschränkten Zugang zum Wohnheim für Nichtbewohner. Im Haupteingang ist eine „Wachteoschka“ = „Mutti“ stationiert, die darauf aufpasst, dass nur die Richtigen reinkommen. Um das Netz der Überwachung noch zu feinern gibt es noch für jede Etage eine eigene „Wachteoschka“. Im Grossen und Ganzen können ich und mein Notebook sich ganz sicher fühlen, aber eben auch eingesperrt.

Mit den Südkoreanern auf meiner Etage ist zwar ein freundliches miteinander entstanden, doch leider kaum mehr. In besseren Kontakt stehe ich dahingegen zu Micha, oder auch Kim Men Cho. Er wohnt eine Etage über uns bei seinen Landsmännern vom kommunistischen Stamme der Nordkoreaner. Er lernt Deutsch und kann recht gut Russisch und ich entgegengesetzt. So helfen wir uns gegenseitig für den Alltag und Uni. Er trägt, wie alle Nordkoreaner hier, eine Brosche mit dem freundlichen lächelnden Kim Jong Il am Revers. Wie alle Nordkoreaner ist er immer sehr korrekt gekleidet und tritt nur in Gruppen auf (der eine passt immer auf den Anderen auf). Hin und wieder bekomme ich die Frage gestellt, ob ich den Clara Zetkin, Ernst Thälmann und Konsorten kenne – da ernten sie bei mir nur ein lächeln. Ein groteskes Grüppchen mitten im nunmehr kapitalistischen Russland.

Dann gibt es ja immer noch die lästigen Vorlesungen im Studentenleben. Davon besuche ich pro Woche 6 Stück – eine Auswahl aus dem 7. und 9. Semester der Fakultät „Brücken und Tunnel“. Für verkehrstechnisch Interessierte noch schnell die Bezeichnung (Dynamik und Festigkeit von künstlichen Anlagen; Lastaufnahme von Brücken; Projektierung von Brücken; Instandhaltung und Rekonstruktion von Verkehrsanlagen). Hier laufen natürlich etliche Dinge völlig anders als bei uns in Deutschland ab. Bei uns in Deutschland bedeutet Uni zu studieren – faktisch sich zu belesen. In Russland scheint die Uni bloß eine logische Fortführung der Schule zu sein. Zuerst ist gemeinsames Aufstehen angesagt, wenn der Vortragende den Raum betritt. Dann sprechen die Vorlesenden gerne von ihren „Kindern“, wenn sie mit den Studenten sprechen. Wie „Kinder“ im Lehrbetrieb zu behandeln sind zeigte sich ganz deutlich am Anfang des Semesters. Es wurde mit schlechten Noten gedroht. Zuallererst muss natürlich vom Studenten immer Präsenz gezeigt werden, denn es wird Anwesenheitsliste geführt. Weiterhin werden ständig Tests geschrieben – Tests bei denen gespickt wird wie die Weltmeister. Bei den Tests geht es zumeist nicht darum alles zu wissen, sondern innerhalb von wenigen Minuten (manche Vortragende benutzen sogar Stoppuhren) so viel wie möglich auf den Zettel zu schreiben. Der Dekan hat in seinem Fach jedoch noch einige bizarre Sonderkategorien entworfen um das System zu verfeinern. So gibt es die Sonderkategorie „Blitz“. Wenn man schon 1 Minute vor der eigentlichen Test-Abgabe abgibt, bekommt man noch einen halben Bonuspunkt dazugerechnet. Wenn dann auch noch bei der spontanen Hefterkontrolle alles schön in Sonntagsschrift geschrieben hat, gibt’s wieder einen Bonuspunkt. Dazu gibt es noch umfangreiche Hausaufgaben. Wenn diese Hausaufgaben mit „sehr gut“ (entspricht im Russischen einer „5“) abgeliefert werden, und alle Tests zur Zufriedenheit gelöst wurden, braucht man nicht mehr zur Prüfung erscheinen und bekommt automatisch ein „sehr gut“ auf dem Notenblatt für das Fach. Den privaten Notenstand kann man wiederum um 0,1 Punkte aufbessern, wenn man das Glück hat in der besten Gruppe (es gibt 4 Gruppen) zu sein. Und ich könnte jetzt noch eine weitere Seite aufführen um das Bewertungssystem des Dekans zu erläutern. Er brauchte dafür straffe 60 Minuten um es den „Kindern“ zu erklären. Mein Glück ist, dass ich als DER Deutsche alle diese Schikane nicht mitmachen will und muss.

Im krassen Gegensatz zum Ernst des Unterrichts liegt das Verhalten der Studenten im Unterricht. Allem voran wird ständig und überall – auch der Herr Dekan mitten in der Vorlesung – telefoniert.

Interessant ist für mich natürlich auch gewesen, wie Vorlesungen in Russland gehalten werden. In den ersten Anfängen werden Beamer (Projektor für Computer) verwendet, sonst natürlich die Tafel und Kreide. Allerdings besteht die für Nicht-Muttersprachler dumme Angewohnheit der Vortragenden ständig irgendwelche Merksätze und Eigenschaften zu diktieren. Im rasenden Tempo höre ich dann eine Staffel unbekannter langer russischer Wörter und schaue wie das Schwein ins Uhrwerk. Auch Überschriften werden in dieser Art und Weise vorgetragen. Es bleibt mir also nur übrig meinen Nachbarn zu nerven oder einfach auf die nächste Zeichnung zu warten. Wenn die Prüfungszeit naht werde ich mir dreimal überlegen müssen welches Fach ich in der Prüfung belegen möchte, und damit auch vollständig nacharbeiten muss. Aber das ist ja erst im Januar.

Zu den normalen Unterrichtsstunden gesellen sich bei mir noch Sprachunterrichtsstunden. Um so intensiv wie nur möglich zu arbeiten nehme ich an drei verschiedenen Kursen Teil, ergo 7 Unterrichtstunden Russisch pro Woche. Gehalten wird dieser Unterricht von Russen in Russisch, so dass man ziemlich konzentriert sein muss um mitzuhalten. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf Geschwindigkeit und die Anwendung von Modellen gelegt. Ferner sollen wir oft Dinge synonymisch beschreiben und kleine Vorträge halten. Lustig ist allerdings mal wieder die Zensurenvergabe – es kommt nicht selten vor, dass man für einen guten Kommentar/ Gedanken eine „5“ verpasst bekommt und Minuten später hat man mal nicht ganz so clever gedacht und fängt eine „2“ ein. Mal sehen wie das am Ende des Semesters gewertet wird. Alles im allen bin ich sehr zufrieden mit diesem Sprachunterricht und nehme gerne daran teil.

Immer wieder praktisch ist, dass ich hier der erste Westeuropäer an der Uni bin und daher gerne mit Samthandschuhen angefasst werden. Zumindest grüssen mich der Rektor und Prorektor mit Handschlag und fragen ständig nach meinem Befinden. In der Bibliothek wird mir gerne geholfen und sonst auch hat man „Verständnis“ mit diesem einzelnen Deutschen.

Nach all diesen ausführlichen Worten über das Studium will ich mich abschließend noch über das berühmte Studentenleben nach der Uni bzw. Wochenende äußern. Nach anfänglichen Schwierigkeiten sich hier in das soziale Leben zu integrieren habe ich langsam genug Möglichkeiten gefunden um mich zu beschäftigen. So hatte ich mich – vor der Krankheit – in der Schwimmhalle zum „Schwimmunterricht“ zweimal die Woche angemeldet um wenigstens etwas Sport zu treiben. Diese Woche habe ich es nun endlich geschafft den „Tur-Klub“ der Uni zu besuchen und bin begeistert von diesem Verein. Sie treffen sich einmal die Woche um Nachwuchs im Outdoor-Unterricht (Knotenlehre, was ist ein Schneeschuh, etc.) zu rekrutieren. Die „Fortgeschrittenen“ fahren jetzt im Winter in die Kletterhalle zum klettern – also genau das was ich gesucht habe. Ebenso sind sie an Wochenenden aktiv und veranstalten Turen mit den Skiern oder zu Fuß in die Natur. Im Sommer sind dann auch mal Klettereien im Tien Shan  bis in 7000 Meter Höhe drin. Sonst sind Russen natürlich ganz spezielle Freunde der Diskothek. Leider ergaben sich solche Maßnahmen bis jetzt immer nur während meiner Krankheit (die leider keine schnellen Bewegungen mag). Einzig und allein habe ich mit den etlichen Deutschen hier in Novosibirsk Gemeinsames unternommen. So gibt es unter anderem jeden Dienstag im Deutsch-Russischen-Haus einen deutschen Film auf der Leinwand. Eindruckvoll war für mich auch ein kleiner Ausflug an das Obmeer, einem riesigen Stausee des Obs vor den Toren Novosibirsks. Am See eröffnete sich mir eine ergreifende Weite und Ruhe. Ich hatte eine goldene Stunde des Herbstes erwischt. Sonst bietet natürlich die Stadt selber auch ein paar Highlights (sie ist leider nur 110 Jahre alt) – eine sehr bekannte Philharmonie, die Oper, das Ob-Ufer und etliche Parks.

Um diese etwas magere Ausbeute an sehenswerten auszuweichen und natürlich auch um Jenja zu besuchen habe ich mich recht häufig am Freitag in den Bus gesetzt und bin die 250 Kilometer nach Tomsk gefahren. Tomsk ist im Gegensatz zu Novosibirsk bereits 400 Jahre alt und viel ruhiger (statt 1,5 Millionen Einwohner wie Novosibirsk nur 0,5 Millionen Einwohner in Tomsk). Dazu ist Tomsk eine richtige Studentenstadt mit entsprechendem Leben auf der Strasse. Im September war Jenja und Freunde mit mir oft an den Ufern des Flusses Tom um den schnell verfliegenden Herbst einzufangen. Jetzt setzt mit immer deutlicheren Anzeichen der Winter ein. Schon seit Wochen liegt (und schmilzt manchmal wieder) etwas Schnee und die Temperaturen pendeln sich immer tiefer unter dem Gefrierpunkt ein. Ich hoffe also in wenigen Wochen und im nächsten Rundbrief von den ersten Skitouren in Sibirien berichten zu können.

3. Rundbrief - gesendet am 11. Januar 2005

Allem voran möchte ich euch nachträglich ein wunderschönes, gesundes und Erfolgbringendes Neues Jahr wünschen.
Und es ist mal wieder Zeit Euch einen Rundbrief zu schreiben. Ich kann im positiven und im negativen Sinne sagen, dass sich etliches Neues und Erzählenswertes zu meinem Leben hier in Novosibirsk hinzugesellt hat.

Am sichtbarsten hat sich die Jahreszeit geändert. Anfang November hatte sich der Winter nun endgültig durchgerungen und aus der grauen sibirischen Industriestadt eine weiße Schönheit gemacht. Ein Unterschied den man gesehen haben sollte – ein völlig neuer Eindruck von Russland ist in mir entstanden. Seitdem steigt die Schneetiefe langsam aber kontinuierlich auf mittlerweile vielleicht 50 Zentimeter. In der Stadt und an der Uni ist man fleißig damit beschäftigt, den Schnee von den Strassen und Fußwegen zu schieben und per speziellen fahrbaren Förderanlagen und Lastern aus der Stadt zu fahren. Beeindruckend gut funktioniert dies, so dass der Verkehr durch das Winterwetter kaum gestört wird. Auch die Leute stellen sich gut auf den Winter ein und kleiden sich entsprechend. Besonders merkt man das in den Bussen, wo jetzt auf einmal viel weniger Leute aufgrund der dicken Winterjacken hineinpassen. Auch ich bin dazu übergegangen doch lieber etwas mehr anzuziehen und gehe nur noch mit zwei Fleecejacken, einer Schaffellweste und der Gore-Tex-Jacke übereinander auf die Strasse. Besonders hatte ich diese Kombination schätzen gelernt, als es Ende Dezember immer Temperaturen unter -20°C gab. Den Weihnachtsspaziergang in Tomsk am 2. Weihnachtsfeiertag machte ich sogar bei -33°C – da bleibt man freiwillig nicht lange stehen. Als es dann plötzlich nur noch -15°C waren, fühlte man sich, als ob der Frühling nicht mehr weit ist und machte die Jacke etwas weiter auf. Das ist Sibirien!

Neben dieser sehbaren Veränderung hat sich bei mir auch noch eine spürbare Veränderung gesellt. Wie ich schon im letzten Rundbrief klagte, lief es mit meiner Gesundheit nicht ganz glatt. Dieses Stechen in der Brust wollte einfach nicht verschwinden und wurde gar noch deutlich schlimmer. Ich machte mich nach wiederholter Problemäußerung in der Poliklinik wieder auf den Weg zum Röntgen. Diesmal fühlte ich mich allerdings wirklich schlecht, so dass es mich nicht überraschte, dass sie auf dem Röntgenbild des linken Lungenflügels einen Spontanpneumothorax feststellten (das ist, wenn sich durch geplatzte Lungenblässchen Luft zwischen der Lunge und dem Brustkorb gesammelt hat und diese dann auf die Lunge drückt). Was mich allerdings sehr beunruhigte, war der Ausmaß. Da ich so etwas schon geahnt hatte, hatte ich Jenja aus Tomsk gebeten mir hier zu helfen. So stand ich nicht alleine da, als ich im Prinzip sofort ins Gebietskrankenhaus eingewiesen wurde (ausfliegen nach Deutschland geht aufgrund des Druckausgleiches in der Flugzeugkabine nicht). Gleich noch in der Nacht wurde ich unter lokaler Betäubung an der Lunge operiert (das heißt, die Luft wird durch ein künstliches Loch im Brustkorb abgelassen und der Lunge durch Unterdruck an dem Loch wieder an den Brustkorb zurück verholfen). Ohne Jenja als gute Dolmetscherin während der OP hätte ich bei diesem Rauschzustand kaum reagieren können. Russisch ging einfach nicht mehr zu verstehen. Mit dem Schlauch am Brustkorb für den Unterdruck musste ich dann noch 4 Tage aushalten, bevor er nach einem guten Röntgenbild wieder entfernt wurde. Und nach insgesamt 7 Tagen Krankenhausaufenthalt wurde ich wieder entlassen. Allerdings mit dem Hinweis des Arztes, dass eigentlich mit dieser kleinen OP nur die Folge bekämpft wurde (Luft abgelassen) nicht aber die Ursache (kaputte Lungenblässchen entfernen), damit eine Wiederholung nicht auszuschließen sei.

Dies bekam ich dann auch gleich wieder zu spüren, als nach 2 Tagen Freiheit sich wieder ein (schwächerer) Spontanpneumothorax meldete. Also wiederholte ich die Prozedur des „Luftablassens“ und verließ mein weiches Wohnheimbett wieder für eine Woche. Diesmal wurde ich gleich in die Lungenfachklinik eingeliefert. Pünktlich zu Weihnachten am 22.Dezember wurde ich wieder entlassen und lebe seit dem Rückfallfrei. Allerdings darf ich nun wirklich keinen Sport treiben (und das bei diesen Top-Skibedingungen hier...) und auch nicht fliegen. In Deutschland werde ich mich Anfang März noch einmal gründlich untersuchen lassen und klären ob noch eine Ursachenbekämpfung in Form einer großen OP notwendig ist.

Viele wird natürlich interessieren, wie den so eine medizinische Behandlung in Russland aussieht. Ich will und brauche nicht zu lästern, aber gewisse Details sind mir dann doch aufgefallen. Mit einem Deutschem hochsterilen Krankenhaus kann man es auf jeden Fall nicht vergleichen. Auch war die ärztliche Betreuung nach der OP nicht gerade üppig. Essen gab es (Tasse und Besteck bitte selber mitbringen) genug, doch aber nicht sehr lecker, so dass sich sehr viele Patienten von selbst mitgebrachten ernährten. Mein Glück waren die vielen Deutschen in Novosibirsk die sich um mich gekümmert haben. Einen Dank noch einmal an alle, auch im Auftrag meiner Eltern, dich sich natürlich kräftig Sorgen gemacht hatten.

Ich hoffe, dass ich es jetzt mit Krankenhäusern in Russland ausgestanden habe.

Doch gibt es auch weitaus erfreulicheres aus meinem Leben hier zu erzählen. Am 7. November wurde der Tag des Einverständnisses und der Versöhnung gefeiert. Ein etwas sperriger Titel, aber immerhin ein gesetzlicher Feiertag. Den Hintergrund des Tages weis man entweder, oder man erfährt ihn bei der Kundgebung auf dem Leninplatz. Früher war es der Tag der Grossen Oktoberrevolution in Russland. Entsprechend viele rote Fahnen wehen und Plakate aus längst vergangenen Zeiten werden aus Sehnsucht zu der sowjetischen Zeit mit Lenin und Stalin hochgehalten. Ein Sternmarsch aus jedem Stadtbezirk marschiert auf den Leninplatz zu, wo dann die Vertreter aller Parteien entweder den Tag des Einverständnisses und der Versöhnung preisen oder an die großen Errungenschaften der Grossen Oktoberrevolution erinnern. Eine sehr bunte Truppe der Zuhörerschaft aber in trauter Gemeinsamkeit.

Ende November ergab es sich, dass ich das Wochenende hier in Novosibirsk blieb und zusammen mit dem Tourklub raus ging. Sie wollten im Stadtpark an einem Steilabbruch im gefrorenen Schnee und Schlamm abseilen und Eisklettern üben. Ich durfte leider nur zuschauen, da es mit meiner Lunge schon abwärts ging. Trotzdem war es eine gute Gelegenheit zum gegenseitigen Kennenlernen und gemeinsam Spaß haben. Wirklich schade nur, dass ich bei dieser fantastischen Schlammschlacht nicht mitmachen konnte.

Nachdem ich fast den ganzen Advent im Krankenhaus verbracht hatte, war ich pünktlich zum Heilig Abend wieder nach Tomsk angereist. Am Abend gehe ich natürlich zusammen mit Jenja in die katholische Messe. Es gab sogar ein Krippenspiel wie bei uns in Deutschland. Das erfreute mich natürlich, da es sonst kaum etwas an diesem Arbeitstag gab, was mich an Weihnachten erinnerte. So ausgiebig wir bei uns in Deutschland Weihnachten feiern, ähnlich ausgiebig feiert man das in Russland zu Neujahr. Das heißt eben unter anderem, dass das was der Weihnachtsmann bei uns ist, in Russland der „Ded Moros“ (wenn man es übersetzt: „Väterchen Frost“) zu Neujahr übernimmt. So bekommen die Kinder ebenfalls einwenig Geschenke, allerdings bei weiten nicht in diesem Umfang wie bei uns. Auch gibt es einen Weihnachtsbaum, der mit sehr viel Glitzer und Glimmer sowie blinkenden Lichterketten behangen wird. Da Jenja und ihre Eltern wussten wie wichtig bei uns Weihnachten ist, haben sie zusammen mit mir ein schönes Festessen hergerichtet. So hatten wir wenigstens einen schönen gemeinsamen Abend.

Doch das richtige Fest wartete noch auf uns. Schon seit Anfang meines Aufenthalts hier in Russland habe ich mich darauf gefreut, zusammen mit Russen Neujahr zu feiern. In diesen Tagen erliegt so ziemlich das gesamte öffentliche Leben. Offiziell gibt es nur drei Feiertage (1. und 2. Januar sowie den 7. Januar) doch praktisch nehmen alle Russen eine Woche Urlaub um das Neue Jahr ordentlich feiern zu können. Alles fing an mit kräftig ausschlafen und Mittagsschlaf am Silvestertag. Schon am Tag vorher wurde begonnen, dass Essen zuzubereiten. Gegen 23 Uhr kamen dann die Freunde der Familie. Mit gutem Hunger machten wir uns über das typisch russische Angebot auf dem Tisch. Viele kleine Leckereien lagen vor uns. Von gebratenen Tintenfischstreifen bis hin zum üblichen Rote Beete Kuchen. Und das alles in solchen Mengen, dass ein aufessen einfach undenkbar ist (und auch nicht vorgesehen ist). Wenn alles aufgegessen wäre, ist das ein Zeichen, dass man den Gästen zu wenig geboten hat und sie noch hungrig sind. Runtergespült wird natürlich mit gutem Wodka, wobei sich die weibliche Fraktion im Gegensatz zur männlichen Fraktion sehr stark zurückgenommen hat. Mitternacht haben wir kräftig auf Gesundheit, Erfolg und Völkerfreundschaft angestoßen. Dann ging es gleich raus zum Sportpalast, den dort fand ein großes Feuerwerk statt. Sonst hält sich die Knallerei ziemlich in grenzen, wohl geschuldet den unerschwinglichen Preisen für Raketen und Knaller. Im schon leicht lustigen Zustand schubsten wir uns noch gegenseitig in den Schnee, bevor wir uns zurück an die Tafel setzten zum Schwatz und Essen. Auch die Gitarre wurde noch herausgeholt und etwas gesungen. Die Zeit verflog und irgendwann gegen 5 Uhr früh konnte ich mich noch einmal freuen, als in Deutschland der Jahreswechsel stattfand. Erst 6:30 Uhr vielen wir total breit ins Bett.

Am morgen lies der kleine Kater gar nicht lange auf sich warten. Zum Glück reichte bei mir aber eine ausgiebige kalte Dusche um mittags einen kleinen Stadtbummel zu machen. Das Wetter war mal wieder wunderschön. Doch lange blieb mir nicht zum genießen, den nachmittags ging es gleich wieder weiter mit dem Feiern, diesmal bei den Freunden. Der Blick ins Wohnzimmer prophezeite wieder Gaumenschmaus. Gefüllter Hecht, gebratenes Hühnchen, Torte. Fehlen durfte natürlich nicht der Wodka, wovon ich allerdings diesmal nur nach deutscher Manie trank, um den erhöhten Alkoholspiegel nicht noch weiter auszureizen. Deutsche/Ausländer trinken Wodka wie Wein, also immer in kleinen Schlucken um es auf der Zunge zu „genießen“. Da bekommt man von Russen immer nur entsetzte Blicke, wie man das machen kann. In Russland heißt es tief Luft holen und dann die 100 Gramm in einem Schluck, möglichst ohne Berührung des Mundes, sich im wahrsten Sinne des Wortes hinter die Binde zu kippen. Danach sollte man schnell etwas essen um noch viele weitere „сто-грамм“ (100 Gramm) zu vertragen. An diesem Abend durfte ich dann noch eine weitere sehr russische Freude kennen lernen: Karaoke. Mit einer Hingabe wurden zu der vorgespielten Musik und dem auf dem Fernseher gezeigten Text gesungen. Mangels Lied-, Text- und Russischkennissen habe ich mich durch zuschauen amüsieren können. Je später der Abend, desto toller wurden die Darbietungen der einzelnen Vorsänger. Da der kleine Bruder (3 Jahre) mit war und der Vater von Jenja sich noch vom Vorabend nicht ganz fit fühlte, brachen wir schon 23 Uhr wieder Richtung nach Hause auf. Ich hatte dann erst einmal genug und schlug die Einladung des Vaters noch zu einer Männerrunde bei seinem Freunden mitzukommen aus. Sicherlich ist meine Aktivität zu diesen russischen Feiertagen noch deutlich ausbaubar, trotzdem habe ich mich bestens vergnügt.

Noch eine Woche bin ich bei Jenja in Tomsk geblieben. Das Wetter zeigte sich hin und wieder von seiner schönsten Seite. Besonders jetzt, wenn die Sonne ganz tief steht (Tomsk liegt etwa auf der gleichen Breite wie Kopenhagen) färbt sich der Himmel abends immer wieder in alle erdenklichen Rotschattierungen.

Diesmal ganz zum Schluss noch ein paar Bemerkungen zu meinem Studium hier. Nachdem ich fast den ganzen Dezember krankheitsbedingt nicht an der Uni war, besuchte ich die ersten Vorlesungen nach Weihnachten wieder. Mit etwas entsetzen und erstaunen stellte ich fest, dass bereits die Woche der Vorprüfungen begonnen hatte. Das heißt ich absolvierte noch die Vorprüfung für Russisch (dort gibt es keine richtige Prüfung) und hatte damit eigentlich ab diesem Moment frei. Tag um Tag wurde mir bewusst, dass mein Visum noch bis Ende Februar gültig ist, ich damit 2 Monate Urlaub machen kann. Das ist fair, wenn man bedenkt, dass ich im Sommer faktisch direkt aus dem Dresdener Studium ins Novosibirsker Studium übergegangen war. Zusammen mit Jenja will ich nach Kemerovo fahren und später, Anfang Februar bekomme ich für zwei Wochen 8 Deutsche zu Besuch, mit denen ich an den Baikalsee fahren möchte. Und dann muss ich ja wieder mit der Eisenbahn nach Hause fahren...

Ich hoffe euch einen Einblick in den Verlauf der Dinge hier verschafft zu haben. Es lief nicht ideal, doch meine ich, dass wenigstens viele schöne und interessante Momente für mich dabei waren.

aus dem Online-Tagebuch

[13.01.2005] "Zusammen mit Roma und 4 Mädels fahren ich in die Kletterhalle, wo ich beim sichern helfe (die Mädels sind alles Anfänger). Ich habe wenigstens etwas Spass beim zuschauen. Im Anschluss entscheiden wir uns prompt das Neujahr nach dem alten Kalender bei Tanja zu feiern. Wir kaufen etwas Wein, Schokolade und Pelmeni und prosten uns auf das alte Neujahr zu. Danach haben die Mädels Karten gelesen - was ganz typisch russisches. Sehr amüsant was da so rauskommt, besonders in Kombination mit süssen Wein. Getanzt haben wir natürlich auch noch - nach einem erbärmlich krächzenden Kofferradio. Irgendwann gegen 4 Uhr sind wir dann ins Bett (besser gesagt auf den Fussboden) gefallen."

[19.01.2005 - 23.01.2005] "Nachdem ich eine offizielle Einladung von Jenjas Onkel (Chef der Kemerovoer Verkehrsbetriebe) nach Kemerovo bekommen habe, werde ich zähneknirschend von meinem Prorektor offiziell dorthin gelassen. Wir wohnen bei Jenjas Oma und hangeln uns von einer Einladung zum Essen zur anderen. Kemerovo selber - stolze 80 Jahre alte sowjetische Stadt mit mehr als einer halben Million Einwohner - ist nicht besonders schön. Da gefällt es uns schon viel besser, als wir auf Land zum rodeln auf schneegefüllten Säcken bei -25°C gingen.
Natürlich haben wir auch das Chefzimmer des Onkels inspiziert und ich habe ein paar schlaue Fragen aus der Sichtweise eines werdenden Verkehrsingenieur gestellt. Erstaunt war ich über das recht moderne Verkehrsmanagment der Verkehrsbetriebe mittels Satellitenortung der Fahrzeuge."

[25.01.2005] "Ich ziehe aus meinem Wohnheim in Novosibirsk nach Tomsk. Hier habe ich eine Wohnung für den verbleibenden Monat gemietet - zum gleichen Preis wohne ich in einer voll ausgestattete 2-Raumwohnung mit Telefon, Radio und Fernseher. Das einzigste Problem ist meine eigentliche Registrierung für Novosibirsk, doch was die Miliz nicht weiss, wird sie wohl auch nicht aufregen.."

[25.02.2005 - 02.03.2005] "Micha kommt extra mit dem Zug aus Dresden um mich bei der Heimfahrt (meiner Lunge geht es leider immer noch nicht hundertprozentig..) mit dem Zug zu unterstützen. 3 Tage haben ich Zeit, Micha Tomsk zu zeigen, bevor wir uns auf die fünftägige Reise mit dem Zug und Bus nach Deutschland aufmachen.
In Dresden staune ich nicht schlecht, dass auch hier Schnee liegt. Doch die Temperaturen sind deutlich wärmer als in Sibirien, und da fängt meine Sehnsucht schon gleich wieder an.."
















das ist mein Marschgepäck fuer die 6 Tage Anreise (20kg + 10kg + 40kg)

auf der Anreise verbringe ich einen Tag in der wunderschönen Stadt Tallinn

rechtzeitig komme ich zum 400-jährigen Stadtjubileum von Tomsk

mit Jenja und Larissa (Mutti von Jenja) besuchen wir das Fest

am Leninplatz ist richtig was los

mein Wohnheim auf dem Campus der SGUPS

auf dem Krasnij Prospekt in Novosibirsk

Portal der SGUPS

festlich geschmücktes Novosibirsk aus Anlass eines Marathons mit anschliessendem Konzert

zusammen mit Anna (eine Freundin aus Leipzig) werfen wir uns ins Gewühle

Schlachtfeld Leninplatz nach dem Konzert

Anna übernachtet bei mir im Wohnheimzimmer und packt für 2 Wochen wandern im Altai

Treiben auf dem Busbahnhof

Jenja und ihr Bruder Vitalja

Christian wurde bereits russifiziert

Anna ist zurück aus dem Altai - wir gehen in den Jazzklub "Truba"

klasse Jazz mitten im tristen Sibirien..

zusammen mit Robert vom DAAD waren wir dort

Herbststimmung am Tom

mit Anna, Jenja und Ksenia machen wir ein kleines Grillfeuer

ich fahre an den Strand des Ob-Stausees bei Akademgorodok

wunderbarer Badestrand - leider ist es aber schon sehr frisch

Abendstimmung am Ob-Stausee

auf dem Sportplatz der SGUPS

Herbstspaziergang

in der Küche vom Wohnheim

der Speiseraum im Wohnheim

der Novosibirsker Bahnhof abendlich erleuchtet

mittels Vokabelkasten versuche ich mir russisch anzueignen

ein "Panorama"-Blick durch mein Zimmer

in der Frischeabteilung des zentralen Marktes von Novosibirsk

Fleischwaren

Jenja und ich machen sächsische Quarkkeulchen

für den, der das nicht lesen kann: "Tunnel bauen echte Männer"

U-Bahnbrücke über den Ob in Novosibirsk

Kirche in Novosibirsk

die Schwimmhalle der SGUPS

in der Mensa

der Prorektor spricht zum "Tag des Ostens" um Studenten aus China, Korea und Japan zu locken

während einer Unterrichtsstunde zum Bau von Hängebrücken

im Flur der Uni

der Leninplatz wartet auf die Sternenmärsche zum Tag der Grossen Oktoberrevolution

alte Plakate werden wieder entstaubt

es sprechen die Demokraten wie auch die Kommunisten

Markttreiben am Marx-Platz in Novosibirsk

der erste Schnee legt sich vor das Portal der Uni

deutsch-russisches Sprachtandem mit dem Nordkoreaner Kim Men Cho.

im Turklub treffe ich endlich die Leute mit gleichem Interesse - Wandern, Klettern, Skifahren

mit dem Turklub draussen zum Eisklettern üben

für die Mädels ist es das erste Mal mit Steigeisen und Eispickel zu gehen

russische Sicherungsmethoden sind sicher..

zusammen mit den anderen Deutschen in Novosibirsk wird viel unternommen

fahrbare Förderanlage um den Schnee vom Strassenrand direkt in den LKW abzufüllen

Spontanpneumothorax - wer wollte nicht mal ein russisches Krankenhaus von innen sehen..

die katholische Kirche in Tomsk

alle Mitwirkende beim Krippenspiel in der katholischen Gemeinde zu Heilig Abend

das Tomsker Wappen in Eis

Spaziergang im Winter

auf dem Leninplatz in Tomsk

die russische Strassenbahn ist ein feines Gefährt

winterliche Stimmung an der Kirche

die alten Stadtteile von Tomsk bestehen noch zu einem grossen Teil aus Holzhäusern

üppige Holzschnitzereien findet man leider immer weniger

frieren bei -33°C

Schneeburg nahe der Uni in Novosibirsk

das Hauptportal der SGUPS

reges Treiben auf dem Krasnij Prospekt bei klirrender Kälte

Vitalja vor dem typisch-russisch geschmückten Weihnachtsbaum

auf der Eisrutsche in Tomsk

Neujahrsfeier bei Jenja zu Hause zusammen mit den Freunden der Familie

die Schneewittchen teilt Geschenke aus

Schneewittchen Jenja und Weihnachtsmann Christian

tanzen zur Karaoke bis das der Arzt kommt

Abendstimmung am zugefrorenen Tom

mit Torsten (ebenfalls deutscher Student) fallen wir in verschiedenen Restaurants ein

klettern mit dem Turklub an der Kletterwand in Akademgorodok

abendliche Feier zum Neujahr nach dem alten Kalender

Karten legen - ganz wichtig unter russischen Mädels

mit Natascha besuche ich nach dem Balett den zentralen Weihnachtsbaum

Schneefigurenwettbewerb in Novosibirsk

Beitrag von Künstlern aus Baikalsk

Geburtstagsfeier von der Freundin von Jenjas Onkel in Kemerovo

der Lenin in Kemerovo

Jenja mit ihrer tatarischen Urgrossmutter in Kemerovo

wir besuchen eine heilige Quelle

Ausflug bei -24°C

russische Version von Schlitten im Losschnee - Kartoffelsack gefüllt mit Schnee

Tafel zu Jenjas Geburtstagsfeier

Micha ist aus Dresden gekommen um mit mir gemeinsam zurück zu reisen - Spielkartenabend bei mir in der Wohnung in Tomsk

Abschiedsfeier bei Tanja zu Hause

irgendwo zwischen Novosibirsk und St. Petersburg

in St. Petersburg haben wir 12 Stunden Zeit

ab Riga fahren wir mit ECO-Lines direkt nach Dresden

Willkommensfeier bei mir zu Hause - viel Bilder und viel Essen